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Deutscher Bundesverband der
Atem-, Sprech- und Stimmlehrer/innen
Lehrervereinigung Schlaffhorst-Andersen e. V.


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Begründerinnen der Atem- und Stimmforschung in Deutschland
Kurzer Überblick

Clara Schlaffhorst
16.10.1863 Memel, Ostpreußen
17.02.1945 Seefeld, Pommern
Sängerin, Gesangspädagogin
und   Hedwig Andersen
09.06.1866 Memel, Ostpreußen
28.03.1957 Eutin, Holstein
Pianistin, Klavierpädagogin

                                        

Zitate von Clara Schlaffhorst und Hedwig Andersen

Die Arbeitsweise der Schule beruht auf sehr realen Einsichten in das Naturgeschehen im menschlichen Organismus, gewonnen durch intensives Studium für künstlerische, gesangliche und sprachliche Betätigung. Beständig erneuerte Erfahrung bestätigte die Tatsache, dass durch bewusste, nach physiologischen Gesetzen geregelte Schulung der untrennbar zusammenhängenden Atmungs- und Stimmfunktionen neue, bisher noch nie genutzte Aufbaumöglichkeiten für den gesamten geistig- und leiblich-seelischen Organismus des Einzelnen gewonnen werden. Das Wesen der Arbeit sei ganz und gar auf die Weckung und Erhaltung innerer Kräfte, auf Verbindung von Natur und Geist in Sprache, Gesang und Bewegung gerichtet.

Eine jede neue Generation unserer Schüler muß unsere Gedanken auf ihre eigene Weise neu in sich leben und gestalten.

Bespiele für die Resonanz ihrer Arbeit

Der Künstlerische Tanz unserer Zeit, Marianne und Hermann Aubel, 1928 Verlag Langewiesche, Königstein/Taunus:

„. . . Aufnahmen der berühmtesten Tänzerinnen und Tänzer der Zeit von führenden Fotografinnen und Fotografen der 1920/30er Jahre, der sich hauptsächlich dem „Ausdruckstanz“ widmete und sich dabei, noch im Sinne der „Lebensreform“, auf die Suche nach einem ganzheitlichen Kunstverständnis begab. Die Ambivalenz zwischen dem Streben nach Natürlichkeit und ausgeprägtem Stil-Willen ist typisch für die widersprüchlichen Zwanziger Jahre.“ (Deutsches Tanzarchiv Köln)

„. . . Da die Entwicklung der Atemkräfte vor allem nur im Zusammenhang mit der Stimme geschehen kann (als natürliche Hemmung für den Ausatmungsstrom), so müßte jeder Tänzer zur Ausbildung und Kräftigung der inneren Bewegungen singen. Denn auch während der Körperbewegung sind die Stimmbänder als das Tor der Atmung, in der Art ihrer Lebendigkeit, von größter Bedeutung . . . Dieser Weg des wahren Zusammenhangs der Natur mit der Musik durch die Erziehung der Atmung, Sprache und Bewegung, mittels der Stimme ist gefunden worden von Hedwig Andersen und Clara Schlaffhorst. Durch diese Erziehungsarbeit mittels der Stimme ist wirklich die Möglichkeit der Erneuerung der Tanzkunst von innen heraus gegeben . . .
Clara Schlaffhorst und Hedwig Andersen in Dankbarkeit gewidmet“

Menschen der Zeit, 1930 Verlag Langewiesche, Königstein/Taunus:

Lichtbildnisse „wesentlicher Männer und Frauen aus deutscher Gegenwart und jüngster Vergangenheit“:
„. . . Konrad Adenauer, Hedwig Andersen, Luise Dumont, Prof. Dr. Georg Friedrich Dehio, Gerhart Hauptmann, Paul Hindemith, Hugo von Hofmannsthal, Ricarda Huch, Käte Kollwitz, Max Liebermann, Helene Lange, Emil Nolde, Prof. Dr. Wilhelm Konrad Röntgen, Prof. Dr. Ferdinand Sauerbruch, Clara Schlaffhorst, Prof. Dr. Albert Schweizer, Richard Strauß, Mary Wigman . . .“

Schreiben von Prof. Dr. med. Paul Vogler, 1933, Charité, Berliner Universitätsklinik für natürliche Heil- und Lebensweisen:

„. . . Auf unseren klinischen Visiten und in den ärztlichen Besprechungen werden wir immer wieder durch die Sachverhalte darauf hingewiesen, wie dringend die Arbeit in Ihrem Sinne ist, und wie nötig es ist, die Kenntnisse, die Sie errungen haben, in die Ausbildung und den Wissensbereich des Arztes einzufügen.
Gewiß, wir stehen noch am Anfang dieser Einfügung. Das Wichtigste ist, daß diese Arbeit überhaupt geleistet worden ist, daß diese Erkenntnisse überhaupt gewonnen sind. Sie liegen vor in Ihrer Lebensarbeit. Es hat sich schon zwei- oder dreimal ereignet, daß die deutsche medizinische Wissenschaft, die deutsche Heilkunst eine solche Befruchtung von außen erfahren hat, wenn auch je kaum an so zentraler Stelle. Und wenn nun die Dinge in Deutschland so abzulaufen pflegen, daß erst frühestens 100 Jahre nach dem Tode des betreffenden Entdeckers die ganze Tragweite seiner Entdeckungen erkannt wird, so muß es Ihnen eine besondere Genugtuung sein und eine stolze Freude, daß wir imstande sind, Ihnen noch, während Sie unter uns weilen, zu sagen: Es ist heute bereits erkannt, was da vor sich gegangen ist, und wir wissen auch, wie weit Ihr Werk nicht nur körperliche Gesundheit betrifft, sondern auch die geistige und körperliche Genesung . . .“

Ach ich fühl´s – Gewalt und die hohe Stimme, Dr. Niels Graf von Waldersee, Facharzt für Phoniatrie, Pädaudiologie und Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde in Hamburg, 2008 Kulturverlag Kadmos, Berlin:

„. . . Die Behandlung von Stimmen basiert sowohl in der Phoniatrie als auch in der Logopädie zum wesentlichen Anteil auf den Erkenntnissen von Clara Schlaffhorst und Hedwig Andersen. In der Arbeit und Forschung dieser beiden Frauen liegt sie hauptsächlich begründet. Die Schlaffhorst-Andersen-Therapie ist auch heute eine hoch anerkannte Methode der Stimmbehandlung . . .“

Clara Schlaffhorst und Hedwig Andersen wirkten durch ihre pädagogische und therapeutische Arbeit auch auf andere Schulen und Methoden, wie sie ebenso von anderen inspiriert wurden. Auch namhafte Künstler/innen wie z.B. Aline Friede (1856-1946), Marcelina/Marcella Sembrich-Kochańska (1858-1935), Elisabeth Maria/Lilli Lehmann (1848-1929), Wilhelm Kempff (1895-1991) suchten bei ihnen Rat, Hilfe und den Austausch.

Staatliche Anerkennung ihrer Arbeit

1897 Gemeinsame Übersetzung des Buchs von Leo Kofler (1837-1908) durch Schlaffhorst und Andersen
„Art of breathing as the basis of toneproduction for singers, elocutionists, educators, lawyers, preachers, and all others desirous of having good health”, Leo Kofler, 1887, New York, Kessinger Publishing Company

„Die Kunst des Atmens - Die Grundlage der  Tonerzeugung für Sänger, Schauspieler, Lehrer, Redner, Prediger etc., sowie zur Verhütung und Bekämpfung aller durch mangelhafte Atmung entstandenen Krankheiten“, 1897, Breitkopf und Härtel, Leipzig

1898
Lehrtätigkeit C. Schlaffhorst in Berlin
Lehrstuhl Prof. Julius Hey (1831-1909), Musikhochschule, Berlin
Gesangslehrer, Komponist, Musikpädagoge, u.a.:
Deutscher Gesangsunterricht, 1887, Leipzig, Schott Verlag
Der kleine Hey - Die Kunst des Sprechens, 1912, Leipzig, Schott Verlag


Beginn der Zusammenarbeit von Schlaffhorst und Andersen,
unterrichtende und therapeutische Tätigkeit
 
1910

Gründung der „Ausbildungsschule für Atemlehrerinnen“ in Neu-Babelsberg,
mit dem Umzug 1916 nach Rotenburg a.d. Fulda
„Rotenburger Schule für Atmungs-, Sprech- und Gesangskunst“

1918

Gründung der 1. Zweigschule

1926 Geregelte zweijährige Ausbildung mit Verleihung des Diploms
durch Clara Schlaffhorst und Hedwig Andersen

1. Arbeitstagung Rotenburger Woche"

Gründung Frauenchor Schlaffhorst-Andersen"

1930
Umbenennung in Schule Schlaffhorst-Andersen für Atem-, Sprech- und Gesangskunst"

1936

Gründung Kinderhaus" in Weimar

  Anerkennung der Ausbildungsschule (dreijährige Berufsfachschule),
zu der Zeit auf „Schloß Eldingen“ bei Celle,
1969 als staatlich anerkannte Ergänzungsschule
1983 als staatlich anerkannte Ersatzschule
für den gesetzlich geregelten Berufsabschluss der
„staatlich geprüften Atem-, Sprech- und Stimmlehrer/innen“

1992

Anerkennung der Absolventen als Heilmittelerbringer gemäß § 124 SGB V,
umfassende Zulassung zum Heilmittel „Stimm-, Sprech-, Sprachtherapie“ (SSST) und damit
zur Therapie der Stimm-, Sprech-, Sprach-, Atem-, Hör- und Schluckstörungen

Atem-, Sprech- und Stimmlehrer/innen sind seit über 100 Jahren pädagogisch und therapeutisch tätig


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